Walter Furrer

Schweizer Komponist (1902-1978)

Walter Furrers Werk weist eine bemerkenswerte Bandbreite auf: Liederzyklen, a cappella-Chöre, geistliche Musik, je zwei Bühnen- und Radioopern, Orchesterwerke sowie zahlreiche Hörspiel- und Bühnenmusiken.

Alle seine Kompositionen zeichnen sich durch Einfallsreichtum sowie durch absolute Eigenständigkeit aus. Dabei sind sie, bei aller Modernität, stets eingängig, nie repetitiv und, insbesondere was die Orchesterwerke betrifft, von grosser klangmalerischer Qualität. Schon in seiner Frühzeit hielt er sich an den selbstgeprägten Grundsatz: "Nie sollte eine Musik dem Publikum gegenüber einer Erläuterung oder gar einer Analyse bedürfen."

Es wird Zeit, dieses Werk, das einen wesentlichen Beitrag zum schweizerischen Musikschaffen des 20. Jahrhunderts darstellt, wieder erklingen zu lassen.

Hier ist ein Schatz zu heben!

Hörbeispiel: Scherzo drolatique

Das „Scherzo drolatique“ ist eine Konzertbearbeitung (für großes Orchester) der Balletteinlagen aus dem 4. Bild der Oper "Zwerg Nase" von Walter Furrer.

Komponiert in den Jahren 1949 bis 1952.

Es spielt das Radioorchester Beromünster unter der Leitung von Walter Furrer. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1960.

News

Am 6. Juni 2019, 17.30 Uhr, lud die Burgerbibliothek Bern, die Walter Furrers Nachlass seit 2012 verwaltet, im Hallersaal zu einer Soirée ein, die man auch als „Hommage à Walter Furrer“ bezeichnen könnte. Die gut besuchte Veranstaltung – auch die Berner Professorinnen Cristina Urchueguia (Musikwissenschaft) und Barbara Mahlmann-Bauer (Germanistik) waren anwesend – fand lebhaften Anklang, auch bei dem Teil des Publikums, dem das Schaffen dieses zu Lebzeiten zu wenig beachteten Schweizer Komponisten nicht näher bekannt war. Nach einem Grußwort der Leiterin der Burgerbibliothek, Frau Dr. Claudia Engler, fasste die Tochter des Komponisten, Beatrice Wolf-Furrer, die bisherige Erfolgsgeschichte des „Förderverein(s) Komponist Walter Furrer“ zusammen, wobei sie insbesondere auf das an „Highlights“ reiche Jahr 2018 hinwies:

Am 17. Und 18. März führte die Zürcher Sing-Akademie in Bern und Zürich das Werk „Drei religiöse Chöre aus Faust I“ auf.

Am 19./20. Juni wurde bei SRF 2 eine Werkauswahl aufgezeichnet, die CD kam, zusammen mit „Walter Furrer, ein zu Unrecht vergessener Schweizer Komponist. Biografischer Abriss von Beatrice Wolf-Furrer“, im Herbst bei Müller & Schade AG heraus.

Ende August legte Tamara Ackermann an der Uni Basel die Masterarbeit „Vision – die Kompositionsvorstellungen des Schweizerischen Arbeitersängerverbands am Beispiel der Arbeiterlieder von Walter Furrer (1902-1978)“ vor.

Am 10. und 12. Oktober brachte die Vogtland Philharmonie in Reichenbach und Greiz (Deutschland) das Orchesterwerk „Scherzo drolatique“ als Eröffnung eines Sinfoniekonzerts.

Am 10. Oktober erklang in der Schwartzschen Villa in Berlin-Steglitz das Vokalkonzert, das bereits 2017 dreimal in der Schweiz und einmal in Plauen aufgeführt worden war (Einzelheiten zu den Konzerten siehe hier).

Anschließend erklangen zwei Musikbeispiele und fasste Tamara Ackermann den Inhalt ihrer Masterarbeit zusammen. Krönender Abschluss: Andreas Barblan erläuterte in unterhaltsamer Weise eine Auswahl von Archivalien. Beim Apéro bot sich Gelegenheit zu weiterführenden interessanten Gesprächen.

CD Walter Furrer - Werkauswahl

2018, verzig Jahre nach dem Tod des heute zu Unrecht vergessenen Schweizer Komponisten Walter Furrer, vermittelt die CD "Walter Furrer - Werkauswahl", einen Einblick in drei wesentliche Schaffensbereiche: Liedgesang, Oper und Chorkomposition.

 

 

 

 

 

Die CD kostet CHF 20.- und kann direkt bei Frau Beatrice Wolf-Furrer bestellt werden. Tel. +41 (0)62 929 33 43 oder Mail an marnac@besonet.ch

Biografischer Abriss

Der Schweizer Komponist Walter Furrer (1902-1978)

Der Biografische Abriss ist ein erster Versuch in Buchform, Werk und Leben des zu Unrecht vergessenen Schweizer Komponisten Walter Furrer in ihren wichtigsten Zügen zusammenfassend darzustellen und sie ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Buch kostet CHF 30.- und kann direkt bei Frau Beatrice Wolf-Furrer bestellt werden. Tel. +41 (0)62 929 33 43 oder Mail an marnac@besonet.ch

Biografische Skizze

Der Komponist Walter Furrer

«Zu Unrecht vergessen», sei ihr Vater, der Komponist Walter Furrer. Nun legt Beatrice Wolf-Furrer Material vor, das einer Wiederentdeckung den Weg bereiten könnte.

 

Walter Kläy — «Eines meiner kompositorischen Prinzipien ist, immer für die Instrumente, für die Stimmen, ja, sogar für den Dirigenten zu schreiben. Es ist mir wichtig, dass meine Ausführenden Freude an der Musik haben und nicht in unsinniger Weise überfordert werden. Damit kann ich auch zum Hörer vordringen.» Das sagte Walter Furrer (1902–1978) im September 1970 zu seinem Schaffen. Damals hatte er bereits seine grossen musikdramatischen Werke geschrieben: zwei Opern («Der Faun» und «Zwerg Nase»), zwei gross besetzte Kompositionen fürs Radio: «Der Schimmelreiter» und «Quatembernacht» sowie zwei Ballette. Dazu noch zahlreiche Chöre, Lieder und Liederzyklen sowie Instrumentalwerke wie «Drei Tagebuchskizzen» für grosses Orchester, Kammermusik für Flöte, Oboe und Streichquartett, Musik für Streicher ebenso geistliche Musik. 1957 gründete Furrer den Berner Kammerchor, der unter seiner Leitung bis 1972 zu einem Elitechor wurde. Als Siebzigjähriger konnte er also auf eine durchaus erfolgreiche Laufbahn zurückblicken. Seine Musik wurde mit Erfolg aufgeführt.

Weshalb also wurde denn Walter Furrer nach seinem Tod 1978 vergessen? Zu Unrecht vergessen, wie seine Tochter Beatrice Wolf-Furrer findet, die 2014 feststellte, dass er im Bewusstsein der Öffentlichkeit nicht mehr präsent sei, «obwohl Walter Furrer einen wesentlichen Beitrag zum schweizerischen Musikschaffen des 20. Jahrhunderts geleistet hat». Die promovierte Literaturwissenschaftlerin recherchierte seither in Bibliotheken, Archiven und Musikerkreisen, gründete in Bern den «Förderverein Komponist Walter Furrer» und legt nun den vorliegenden 70 Seiten umfassenden reich bebilderten biografischen Abriss vor. Auf knappem Raum skizziert sie den Lebensweg ihres Vaters und beleuchtet die wesentlichen Etappen seines Schaffens, ohne zu beschönigen, dass sein schwieriger Charakter ihn schon zu Lebzeiten zum Aussenseiter werden liess. Die Dokumentation könnte einen Anstoss geben, Furrers Werke neu zu entdecken.

 

Beatrice Wolf-Furrer: Walter Furrer – ein zu Unrecht vergessener Schweizer Komponist. Biografischer Abriss, M & S Nr. 2506, 70 S., Fr. 28.00, Müller & Schade, Bern 2018

 

Quelle: Schweizer Musikzeitung 11/2019