Konzerte

Hier werden Konzerttermine aufgeführt, an denen Werke des Komponisten Walter Furrer zu hören sind.


Mittwoch, 10. Oktober 2018, Neuberin-Haus in Reichenbach

Freitag, 12. Oktober 2018, Stadthalle Greiz

 

Vogtland Philharmonie

GMD Stefan Fraas, Dirigent

 

Programm

Walter Furrer: “Scherzo drolatique” (Konzertbearbeitung des Küchenjungen-Balletts aus der Oper “Zwerg Nase”)


Archiv

Übersicht über die vergangenen Konzerte mit Werken von Walter Furrer


«Zeitloses Mittelalter»

Freitag, 09. Februar 2018, 19.30 Uhr, Loësaal Chur

Samstag, 10. Februar 2018, 19.30 Uhr, Evangelische Kirche Sitterdorf

Samstag, 14. April 2018, 20.15 Uhr, Kellertheater Katakömbli Bern

Sonntag, 15. April 2018, 17.00 Uhr, Kellertheater Katakömbli Bern

 

Arabella Cortese, Sopran

Irina Döring, Laute

Alexandre Jaques, Akkordeon

Thibault Viviani, Block- und Traversflöte

 

Programm

Karlheinz Stockhausen (1928–2007), Richtige Dauern

Claudin de Sermisy (1495–1562), Je n’ay point plus d’affection

Marco Cara (1475–1525), Io non compro più speranza

Eustachius De Monte Regali Gallus (14..–15..), Di tempo in tempo mi si fa men dura

Karlheinz Stockhausen (1928–2007), Treffpunkt

Antonio Caprioli (1425–1475), Sotto un verde e alto cupresso

Josquin Desprez (zwischen 1450 und 1455–1521), Ile fantazies de Joskin

Francesco Landini (1335–1397), Ecco la primavera

Karlheinz Stockhausen (1928–2007), Verbindung

Bartolomeo Tromboncino (1470–1535), Ostinato vo’ seguire

Josquin Desprez (zwischen 1450 und 1455–1521), La Bernardina

Johannes Cornago (circa 1400–1475), Morte o merce

Karlheinz Stockhausen (1928–2007), Setz die Segel zur Sonne

Walter Furrer (1902–1978), arr. Irina Döring, Nahtegal, guot Vogellin


Samstag, 17. März 2018, 19.30 Uhr, Petruskirche Bern

Sonntag, 18. März 2018, 17.00 Uhr, Fraumünster Zürich

 

Zürcher Sing-Akademie

Berner Kammerorchester

Florian Helgath, Leitung

 

Programm

Walter Furrer: Drei religiöse Chöre aus Faust I für gemischten Chor

Adolf Brunner: Die Versuchung Jesu - Geistliches Konzert für vierstimmigen Chor a cappella

Adolf Brunner: Der Mensch - Motette zu den Worten von Matthias Claudius für sechsstimmigen gem. Chor

Anton Bruckner: Messe in e-Moll für Chor und Orchester


Medienecho

Moderner Bruckner trifft gemässigte Schweizer Moderne

von Daniel Andres, SwissClassic, 20.3.2018

 

In der Berner Petruskirche fand ein Chorkonzert statt, welches die Messe in e-moll von Anton Bruckner Chorkompositionen von zwei Schweizer Komponisten des 20. Jahrhunderts gegenüberstellte. Ausführend war die Zürcher Singakademie unter der Leitung von Florian Helgath und in der Bruckner-Messe wirkten Bläser des Berner Kammerorchesters mit.

Im ersten Teil erklangen a capella-Kompositionen von Adolf Brunner und Walter Furrer, beides zu ihrer Zeit beachtete Komponisten, welche aber inzwischen der Vergessenheit anheim zu fallen drohen. Wären da nicht Nachkommen, im Falle von Walter Furrer die Tochter Beatrice Wolf, welche erhebliche Anstrengungen unternehmen, um den Werken zu Wiederaufführungen zu verhelfen.

Im Programmheft waren auch sorgfältig verfasste Texte zu Leben und Werk der Komponisten zu lesen.

Die Werke der Schweizer Komponisten wurden jeweils von einem „Aequale“ für 3 Posaunen von Anton Bruckner eingeleitet. Als erstes sang der Chor eine sechsstimmige Motette von Adolf Brunner „Der Mensch“ auf einen Text von Matthias Claudius. Die Motette ist sorgfältig gearbeitet in einer erweiterten Tonalität mit starkem Einfluss der Gregorianik. Das zweite Werk ist eine Vertonung eines Prosatextes „Die Versuchung Jesu“ aus dem Matthäus-Evangelium. Auch hier eine sorgfältige Stimmführung und die Beherrschung des Kontrapunktes im Vordergrund, die Musik illustriert nur leicht die Worte und bewegt sich in einem begrenzten Ambitus. So dass auch dieses, vom Chor mit gepflegter Intonation gesungen, etwas blass wirkte.

Drei religiöse Chöre aus Faust I, seinerzeit für eine Faust-Aufführung am Berner Stadttheater vom damaligen Chorleiter Walter Furrer komponiert, offenbarten eine andere Klangwelt. Es ist auch eine bis zur Atonalität erweiterte Tonalität, doch mit viel, offenbar auch von Frankreich her, wo Furrer studiert hatte, inspirierte Klanglichkeit. Da wehte auch ein freierer Umgang mit den Stimmen, welche teils mit Vokalisen den Text umspielten und ein viel weniger eingegrenzter Stimmumfang, so dass die Soprane in den Höhen leuchtende Akzente setzen konnten.

Sind die Werke von Brunner wohl guten Kirchenchören zugänglich, so sind die Chöre von Walter Furrer anspruchsvoller und verlangen einen gut geschulten Berufschor. Dies konnte die Zürcher Singakademie denn auch hervorragend leisten, so dass die Aufführung der drei Gesänge „Mater dolorosa“, „Dies irae“ und „Chorus ad diem festi paschae“ zu einem eindrücklichen Hörerlebnis wurde.

Die anschliessende Messe in e-moll von Bruckner mit ihrer kühnen, oft in die Zukunft weisenden Harmonik verlangt ebenfalls einen intonationssicheren Chor, den man in der Zürcher Singakademie mit Florian Helgath auf eindrückliche Weise fand. Zusammen mit den Hörnern, Blechbläsern und einigen Holzbläsern erreichte Florian Helgath mit dem Chor und den Instrumentalisten eine geschlossene und nachhaltig wirkende Wiedergabe des kühnen und ergreifenden Werks.

Die Gegenüberstellung des für seine Zeit fortgeschrittenen Werks von Bruckner mit Komponisten des 20. Jahrhunderts, welche in ihrer Zeit doch eine vergleichsweise retardierende Stellung einnahmen, ging sicher nicht zu Ungunsten des zeitlebens oft verschmähten Romantikers aus. Das ganze Konzert war sehr beeindruckend und rief eine stehende Ovation hervor.

 

Fine Singing from the Zurich Sing-Akademie

von John Rhodes, seenandherad-international.com

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Samstag, 14. Oktober 2017, 19.00 Uhr

Vogtlandkonservatorium "Clara Wieck", Plauen

 

Isabelle Gichtbrock Mezzosopran

Barbara Hensinger Alt

Barbara Jost Oboe

Andreas Ramseier Klarinette

Andres Joho Klavier

 

Vokalwerke von Walter Furrer

- Fünf Totentanzlieder für Alt und Klavier (Texte: Christian Morgenstern), 1927

- Drei Gesänge für Alt und Klavier (Texte: August Stramm), 1929

- Sieben Lieder für Sopran und Klavier (Texte: T. Storm, W. von der Vogelweide), 1938

- Vier Lieder für Alt und Klavier (Texte: Theodor Storm), 1943

- Die Stunde schlug, vier Lieder für Sopran und Klavier (Texte: Theodor Storm), 1966

- Psalm 102 und 27 für Alt, Oboe und Klavier, 1968


Freitag, 16. Juni 2017, 20.00 Uhr

Farelhaus Biel

Oberer Quai 12, 2502 Biel

 

Yvonne Friedli Sopran

Barbara Hensinger Alt

Barbara Jost Oboe

Andreas Ramseier Klarinette

Andres Joho Klavier

 

Vokalwerke von Walter Furrer

- Fünf Totentanzlieder für Alt und Klavier (Texte: Christian Morgenstern), 1927

- Drei Gesänge für Alt und Klavier (Texte: August Stramm), 1929

- Sieben Lieder für Sopran und Klavier (Texte: T. Storm, W. von der Vogelweide), 1938

- Vier Lieder für Alt und Klavier (Texte: Theodor Storm), 1943

- Die Stunde schlug, vier Lieder für Sopran und Klavier (Texte: Theodor Storm), 1966

- Psalm 102 und 27 für Alt, Oboe und Klavier, 1968

 

Eintrittspreis (Abendkasse): CHF 20.-


Medienecho

Die vergessenen Lieder

Konzert mit Liedern von Walter Furrer

von Daniel Andres (www.swissclassic.org)

 

Komponisten und Literaten aus der Vergessenheit zu holen ist immer eine schwierige Sache. Wenn es gelingt, ist es eine Ausnahme, die die Regel bestätigt. Es sind meist nicht die grossen Meister, die nach ihrem Tod in Vergessenheit geraten, und waren sie zu Lebzeiten noch so berühmt. Die Grössen der Kunst haben immer etwas Einmaliges und Unverwechselbares, während die vielen Trabanten zwar auch gute Sachen bringen, aber halt im Schatten der wirklich Originalen verblassen. Eine Chance hat den kleineren Meistern die Aufnahmetechnik gegeben: auf Tonträgern findet man heute alles dokumentiert, was gemeinhin nicht oder allzu selten in die Konzertsäle gelangt.

Die Lieder des Schweizer Komponisten Walter Furrer, der jahrzehntelang in Bern gewirkt hat, sind gewiss beim Anhören durchaus wertvolle Musik und auch Zeugen einer Epoche zwischen und nach den beiden Kriegen im zwanzigsten Jahrhundert. Schon die frühen „Totentanzlieder“ auf Gedichte von Christian Morgenstern hinterlassen starke Eindrücke. Hier ist die Klavierbegleitung meist karg und trifft doch sehr eindringlich den Grundton der Texte. Auch in den sieben Liedern für Sopran nach Texten von Theodor Storm und Walter von der Vogelweide und in den späten Liedern „Die Stunde schlug“ gibt das Klavier den meist düsteren Ton an, in den späten Gesängen noch konsequenter auf einem Grundmotiv aufbauend. Die Singstimme dagegen rezitiert ohne auf einzele Worte speziell einzugehen und erhält eher selten eine wirkliche Melodie, die sich aufschwingt.

Reizvoll sind die drei Gesänge für Alt und Klarinette nach Texten des Expressionisten August Stramm, die ein wirkliches Duettieren ergeben. In der Gesamtwirkung von Stimme und Instrument, auch bei den Klavierliedern, ergibt sich eine stimmige und zuweilen sehr dichte Atrmosphäre.

Etwas mehr Mühe hat man beim Anhören der auch klanglich sehr düsteren Klänge der Psalmen 102 un 27, wobei die clusterartigen Klänge von Harmonium und Bassklarinette, die die Orgel der Originalfassung ersetzen, sehr bedrückend wirken. Die Oboe liefert einen gewissen Kontrast und wirkt im Duett mit der Altstimme aufhellend.

Im Bieler Saal des Farelhauses waren die Sängerinnen Barbara Hensinger, Alt, und Yvonne Friedli, Sopran, sehr engagierte und ausdrucksstarke Interpretinnen, und auch Andreas Ramseier, Klarinette und Basklarinette, sowie Barbara Jost, Oboe, leisteten Vorzügliches. Am Klavier und Harmonium führte Andres Joho sehr kompetent durch den ganzen Abend. Es war ein Konzert das starke Eindrücke hinterliess, ob daraus eine Langzeitwirkung entsteht, wird die Zukunft erweisen.


Mittwoch, 14. Juni 2017, 19.30 Uhr

Saal des "Cercle da la Grande Société de Berne"

Theaterplatz 7, 3011 Bern

 

Yvonne Friedli Sopran

Barbara Hensinger Alt

Barbara Jost Oboe

Andreas Ramseier Klarinette

Andres Joho Klavier

 

Vokalwerke von Walter Furrer

- Fünf Totentanzlieder für Alt und Klavier (Texte: Christian Morgenstern), 1927

- Drei Gesänge für Alt und Klavier (Texte: August Stramm), 1929

- Sieben Lieder für Sopran und Klavier (Texte: T. Storm, W. von der Vogelweide), 1938

- Vier Lieder für Alt und Klavier (Texte: Theodor Storm), 1943

- Die Stunde schlug, vier Lieder für Sopran und Klavier (Texte: Theodor Storm), 1966

- Psalm 102 und 27 für Alt, Oboe und Klavier, 1968


Sonntag, 11. Juni 2017, 17.00 Uhr

Hotel Bären, Traffelet-Saal, Langenthal

 

Yvonne Friedli Sopran

Barbara Hensinger Alt

Barbara Jost Oboe

Andreas Ramseier Klarinette

Andres Joho Klavier

 

Vokalwerke von Walter Furrer

- Fünf Totentanzlieder für Alt und Klavier (Texte: Christian Morgenstern), 1927

- Drei Gesänge für Alt und Klavier (Texte: August Stramm), 1929

- Sieben Lieder für Sopran und Klavier (Texte: T. Storm, W. von der Vogelweide), 1938

- Vier Lieder für Alt und Klavier (Texte: Theodor Storm), 1943

- Die Stunde schlug, vier Lieder für Sopran und Klavier (Texte: Theodor Storm), 1966

- Psalm 102 und 27 für Alt, Oboe und Klavier, 1968


Medienecho

Lieder eines Vergessenen

Berner Zeitung, 13. Juni 2017, Heinz Kunz

 

Im Bären traten Musiker mit Werken des 1978 verstorbenen, weitgehend unbekannt gebliebenen Komponisten Walter Furrer vor ein interessiertes Publikum.

 

Das Konzert in Langenthal war einer der Anlässe, die Beatrice Wolf-Furrer initiierte, um das vielseitige musikalische Schaffen ihres Vaters wieder in den Konzertsaal zurückzuholen. Dass die Werke Walter Furrers wenig bekannt geblieben sind, obschon er sich gerade in Bern als Chorgründer und musikalischer Leiter am Radiostudio einen Namen machte, dürfte in seinem bescheidenen Wesen, aber ebenso in der für einen Komponisten damals schwierigen Zeit liegen. Jedenfalls behält Walter Furrer seinen Platz als bedeutender, eigenständiger Tonschöpfer des 20. Jahrhunderts. Und dass sich Interpreten finden, die sich seiner Werke annehmen, bezeugten die Sopranistin Yvonne Friedli, die Altistin Barbara Hensinger, der Klarinettist Andreas Ramseier, die Oboistin Barbara Jost und der Pianist Andres Joho in einer intensiven Ausformung dieser Musik an dem Abend.

 

Allerdings erschliesst sich die Persönlichkeit Furrers dem Hörer nicht unmittelbar: Sein Stil ist nicht mehr die Tonalität der Spätromantik, sondern nimmt die Zwölftontechnik zur Grundlage. Aber man ist im Bann einer Ausdruckskraft, die elementar expressiv wirkt, und emotionale Bewegtheit ist wesenhaftes Element seines Schaffens. In stetiger harmonischer Transformation und oft gegenläufig entfalten sich die vokalen und instrumentalen Linien und stellen so an die Hörerinnen und Hörer sowie vor allem an die Ausführenden Ansprüche.

 

In diese Weite innerhalb eines schlicht gehaltenen Rahmens galt es, sich zunächst in den Totenliedern nach Texten von Morgenstern einzuhören. Das nahtlose Zusammenwirken der Altistin mit dem Pianisten war expressiv geprägt, führte aber aus dramatischen Stellen immer wieder in nachdenkliche Tiefe. Wie feinnervig sich Furrer vom sprachlichen Rhythmus leiten liess, trat nach drei Gesängen für Alt und Klarinette (Texte von August Stramm) auch in den sieben Liedern für Sopran und Klavier nach Gedichten von Storm und Walther von der Vogelweide hervor.

Die kompositorischen Qualitäten Furrers spiegelten sich im ganzen Programm im hochinspirierten Können der Künstler, die im Ensemblespiel abschliessend auch auf die volksmusikalische Bedeutsamkeit des Komponisten hinwiesen.


Sonntag, 21. Mai 2017, 17.00 Uhr

Konservatorium Bern

 

Claude Eichenberger Mezzosopran

Philippe Bach Dirigent

Berner Kammerorchester

 

Fazil Say: Chamber Symphony, op. 62

Walter Furrer: Türkische Lieder für Mezzosopran und Kammerorchester

Frank Martin: Die Weise von Liebe und Trost des Cornets Christoph Rilke


Medienecho

Türkische Einflüsse und französisches Klanggewand

Konzert des Berner Kammerorchesters vom 21. Mai 2017

von Daniel Andres (www.swissclassic.org)

 

„Alla Turca“ lautete das Motto des Konzerts des Berner Kammerorchesters vom Sonntag, 21. Mai, im Saal des Konservatoriums. Philipp Bach dirigierte als Erstes eine „Chamber Symphony“ des türkischen Pianisten und Komponisten Fazil Say. Das ist Musik, die stark in der türkischen Nationalmusik verwurzelt ist – ob Volkmusik oder doch eher „gehoben“ bleibe dahingestellt, denn beispielsweise in den arabischen Ländern gibt es auch mehrere Sparten oder Schichten der einheimischen Musik.

 

Fazil Say knüpft ebenso stark an westliche Formen an und die Mischung ist gefällig, eingänglich und doch nicht ganz einfach harmlos. Eine Aussage ist zu erkennen. Die Streicherinnen des Berner Kammerorchesters spielten solid aber nicht lupenrein in der Intonation, was sich auch klanglich auswirkt.

 

Als zweites Werk erklangen sechs Lieder auf Texte türkischer Dichter (ins Deutsche übersetzt von Annemarie Schimmel) ) des Berner Komponisten Walter Furrer, der am Theater und beim Radio gewirkt hatte. Es war keine Uraufführung, das Werk war schon mal 1971 in Genf aufgeführt worden, aber seither wie auch der 1978 verstorbene Komponist in Vergessenheit geraten. Die Musik Walter Furrers verrät einerseits eine gründliche Schulung durch Nadia Boulanger in Paris und eine Beherrschung der Satztechnik in einem freien atonalen Stil. Und gleichzeitig wirkt sie ausdrucksstark und ausgesprochen farbig, wiederum die Nähe zur französischen Schule verratend. Die Mezzosopranistin Claude Eichenberger war eine starke Interpretin der abwechslungsreichen und kontrastreichen, oft auch rhythmisch prägnanten Lieder. Das nun auch mit Bläsern, Harfe und Perkussion besetzte Orchester gab das Werk farbig wieder, wobei auch hier zusätzliche klangliche Differenzierung möglich wäre.

 

Ein weiteres Verdienst des Programms war die Aufführung eines berührenden und leider viel zu selten aufgeführten Werks von Frank Martin, die „Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“ auf einen Text von Rainer Maria Rilke. Das aus 23 Abschnitten bestehende Werk, in welchem der Dichter weitgehend bloss mit Andeutungen die tragische Geschichte eines jungen adeligen Soldaten erzählt, wurde von Frank Martin im Auftrag des Basler Kammerorchesters und von Paul Sacher vertont. Es stammt aus der wohl fruchtbarsten Schaffensperiode des Komponisten, in der auch die „Petite symphonie concertante“ oder „Le vin herbé“ entstanden und ist vom Besten was uns Frank Martin hinterlassen hat. Einerseits streng und konzis, andererseits in einer ebenfalls französisch inspirierten Farbigkeit, welche dem Text gerecht wird und den Zuhörer gefangen nimmt. Auch hier beeindruckte Claude Eichenberger stimmlich und gestalterisch und das Orchester unter Philipp Bach vollbrachte eine gute Leistung.